BAfH
Wer kennt ihn nicht, den Bastard Assistant from Hell? Inzwischen sind ein
paar Gerüchte im Umlauf, dass er einen Verwandten haben soll, der im Bogensport
sein Unwesen treibt, der Bastard Archer from Hell. Ein Tagebuch ist gefunden
worden, einige der Berichte sind hier zusammengetragen.
Der BAfH beim Training
Ein Neuling kommt an: "Ich will weit schießen! Und gib mir 'nen Männerbogen,
ich mach Krafttraining! Außerdem hab ich vor 9 Jahren schonma 'nen Flitzebogen
gebaut, ich kann das!" Kein Problem, diese Art der Kundschaft kennen wir
bereits. Er kriegt den 100-Pfünder, der
ansonsten in einer Ecke rumgammelt, in die Hand gedrückt: "Da ist die 90
m-Scheibe. Viel Spaß." Erfahrungsgemäß wird der Bogen etwa 5-10 cm weit
ausgezogen, der Pfeil fliegt auch nicht viel weiter. Ich stelle mich dann
daneben und motiviere: "Das kann doch nicht wahr sein, Krafttraining heißt
bei Dir wohl nur Anabolika schlucken, was? Nix in der Hose und noch weniger im
Arm!" Nach mehreren vergeblichen Versuchen mit zunehmend rot werdendem Kopf
hat das Großmaul dann eine hübsche Zerrung und kommt nicht wieder. Macht aber
nix. So haben wir einen Rambo für Arme weniger.
Nachtrag:
leider begegnet man ihm dann doch irgendwann auf einem Turnier, er hat einen
"Profibogen" im Netz gekauft (wir alle wissen, wo und wie...),
Full-Camo am Körper und lässt den Großwildjäger raushängen. Dann ist der
Tag gelaufen - weil man seinen Job als Bastard Archer from Hell nicht gut genug
gemacht hat.
Der BAfH beim Turnier
Checkliste für einen erfolgreichen Verlauf:
Anmerkung: diese Liste gilt speziell für 3D-Turniere, ist aber beliebig
modifizierbar.
Dein Bogen im Turnier hat nur noch rudimentäre Ähnlichkeit mit dem bei der
Bogenkontrolle, zum Beispiel hat das nur unter schwerem Protest draufgepappte
Band, um die (Visier-)Markierungen abzukleben, leider nicht gehalten. Bei einem
Langbogen hat die Standhöhe bei der Bogenkontrolle nichts mit der Standhöhe im
Turnier zu tun.
Face- und Stringwalking ist für Dich selbstverständlich, auch wenn es in
Deiner Bogenklasse nicht zulässig ist.
Du wird in einer Gruppe eine "gruppeninterne Auslegung der Regeln"
definieren, die mit den vom Ausrichter vorgegebenen Regeln nicht viel zu tun
hat. Position am Pflock, Wertung bei "angekratzten Ringen" und ein
paar andere Sachen fallen darunter. Und schon ist zumindest die eigene Gruppe
etwas weiter vorne. Selbstverständlich gehören alle Gruppenmitglieder einem
einzigen Verein an.
Du schießt auch auf einer Dreipfeilrunde stets alle 3 Pfeile, achtest aber
sorgfältig darauf, die ersten beiden Pfeile zum korrekten Entfernungsermitteln
einzusetzen. Dann schießt Du als letzten Pfeil den Pfeil mit der Markierung als
"Pfeil 1" und hast somit stets "Erster, Kill". Das geht gut bei
Walk-Ups, wo keiner genau drauf achtet, welche Pfeile gerade geschossen werden.
Wenn in der Ausschreibung steht "hinter dem Pflock", dann wird dies
interpretiert als "irgendwo in der Nähe", der Pflock ist sowieso nur
eine grobe Orientierung. Wenn ein Körperteil den Pflock berühren muss, legst
Du Deine Brille daneben und gehst bis auf 2 m ans Vieh ran. Eventuelle Einwände
werden mit dem empörten Hinweis, dass Du Dich als Sehbehinderter nicht
diskriminieren lassen musst, zurückgewiesen.
Entfernungen werden von Deinem Kollegen eine Scheibe weiter vorne
durchgegeben (natürlich per Handy).
Du gratulierst jedem, der einen Pfeil auf dem Tier versenkt hat,
laut und deutlich zur gewonnenen Meisterschaft. Fehlschüsse werden mit einem
"Der war aber trotzdem sauber geschossen" kommentiert.
Beim Pfeileziehen sind danach kurioserweise immer die Pfeile Deiner Kollegen
krumm, beim Suchen die Deiner Kollegen unauffindbar. Alle anderen gefundenen
Pfeile werden mitgenommen und bei ebay verscherbelt.
Als Schreiber wird man sich zwangsläufig verrechnen, Doppelt Schreiben ist
was für Weicheier. Ein Zehnerübertrag ist schnell mal dazuerfunden oder
verschwunden, eine falsche Ansage (Kill statt Körper) ist ein Klassiker.
Ausrede: "Wie? Die Linie muss durch sein? Aber das ist sie doch..." *wackel
am Pfeil*.
So, jetzt kanns losgehen!